Augen und Medikamente
Vorsicht bei Anwendung von Steroiden, Amiodaron……
Vor allem bei langfristiger Steroidtherapie muss man die Augen kontrollieren, schreibt Professor Dr. Hans Gert Struck von der Universität Halle. Etwa jeder dritte Patient reagiert auf Steroide mit einer Augendruckerhöhung. Ein weiteres häufiges Steroidproblem: der graue Star bzw. Katarakt mit irreversibler hinterer subkapsulärer Trübung. Steroide erhöhen zudem das Risiko einer Infektion. Augenverletzungen oder -Operationen erfordern deshalb einen Antibiotikaschutz.
Bei einer über vierwöchigen Steroidbehandlung oder hochdosierter Gabe inhalativer Steroiden sollte der Augenarzt den Patienten immer vor Therapiebeginn kontrollieren, danach einmal jährlich. Hat der Patient bereits Glaukom oder Katarakt, müssen die Abstände deutlich kürzer sein.
Unter Amiodaron kommt es innerhalb von ein bis drei Monaten zur obligaten Keratopathie, die nach Absetzen innerhalb von 6 bis 18 Monaten reversibel sein kann. Bei Dauertherapie entwickeln 50 bis 60 % der Patienten eine Katarakt, seltener eine Optikusneuropathie.
Unter dem Tuberkulostatikum Ethambutol droht eine Neuritis retrobulbaris, die anfangs zu Farbsehstörungen und später zu irreversiblen Sehnervschäden führt. Wird das Medikament bei ersten Schäden sofort abgesetzt, sind die Erholungschancen gut. Unter Chloroquin bzw. Hydoxychloroquin drohen reversible Keratopathie, dosisabhängige Makulopathie und eine im Spätstadium irreversible Netzhaut - Pigmentepithelschädigung. Unter Vigabatrin können persistierende Gesichtsfeldausfälle zum Absetzen zwingen.
Darum sollte es bei Einnahme dieser Medikamente zu folgenden Augenkontrollen kommen:
Amiodaron alle 6 Monate eine Kontrolle
Ethambutol alle 4-6 Wochen eine Augenkontrolle
Chloroquin alle 6 Monate eine Augenkontrolle
Vigabatrin alle 6 Monate eine Kontrolle bei ihrem Augenarzt
