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Weiche hydrophile Kontaktlinsen

Weiche Kontaktlinsen werden auch unter dem Begriff Formlabile Linsen geführt. Weitere Bezeichnungen sind
-Wasserhaltige Linsen
-Hydrophile Linsen

WEICHE KONTAKTLINSEN
Mit Einführung der weichen Kontaktlinsen aus HEMA dachte man die Nachteile der harten Kontaktlinse beseitigt zu haben. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass auch das HEMA-Material keine ideale Linse liefert.

HEMA gehört prinzipiell zur Gruppe der Elastomere, quervernetzte Polymere mit niedrigem Vernetzungsgrad, die reversibel verformbar sind. Da Polymere wie HEMA einen hohen Betrag an Wasser absorbieren können und dabei in wasserhaltige, elastische Gele übergehen, gibt man dieser speziellen Gruppe der Elastomeren den Namen Hydrogele. Dieses Verfahren wird uns bei Betrachtung des Formelbildes klar. Die Grundbausteine von HEMA ähneln denen des PMMA, es sind in beiden Fällen Methacrylsäuremoleküle. Während die Methacrylsäure aber im Falle des PMMA mit Methylalkohol verestert vorliegt, was zu einer hydrophoben CH3-Gruppe führt, ist sie im HEMA formal mit Athylenglykolverestert .
Das bedeutet, dass - im Gegensatz zu PMMA - pro Methacrylsäureester eine freie OH-Gruppe im HEMA-Material vorliegt, (Hydroxyäthyl-Methacrylat), welche Quervernetzungen ausbilden kann, zum grösseren Teil aber frei vorliegt. Diese freien Hydroxylgruppen bedingen eine hohe Polarität und chemische Reaktionsbereitschaft sowie die hohe Wasseraufnahmefähigkeit. Die Wassermoleküle werden einmal durch zwischenmolekulare Kräfte an die OH-Gruppen gebunden, zum anderen werden sie in den durch die freien Hydroxyäthylgruppen gebildeten "Schleifen" festgehalten. Wie hoch die Wasseraufnahme ist, hängt somit davon ab, wie viele Hydrosyäthylgruppen ungebunden vorhanden sind und damit vom Vernetzungsgrad. Bei Ca. 0,1 % Quervernetzung nimmt das Material Ca. 45 % Wasser auf, bei Ca. 1% Quervernetzung etwa 38 % Wasser. Ausserdem wird die Wasseraufnahmefähigkeit auch noch durch den Gehalt an zusätzlichen Verbindungen, wie Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol und Methacrylat bestimmt. Der hohe Wassergehalt bedingt wiederum eine gute Sauerstoffdurchlässigkeit und eine gute Benetzbarkeit, bezieht man sich auf die Gel-Wasser-Oberfläche. Nachteilig wirken sich polare, reaktionsfähige Hydroxylgruppen allerdings dort aus, wo ebenfalls reaktive Substanzen mit dem Material in Berührung kommen, z. B. mit Bestandteilen des Tränenfilms. HEMA neigt deshalb wesentlich mehr als alle anderen Materialien zu Ausbildung von Ablagerungen und Einlagerungen, die, so sie nicht entfernt werden, zu Irritationen im Auge führen.